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Astrologie und Pflanzen

Eintrag vom 01.September 2017

„…dass der Arzt wissen soll, dass im Menschen Sonne, Mond, Saturn, Mars, Merkur, Venus und alle Zeichen sind, …wenn er vom Grund der Arznei wissen will.“ Paracelsus

Die Liebe zur Natur

Die Liebe zur Natur ist mir schon in die Wiege gelegt worden. Aufgewachsen in einer wunderschönen Tiroler Landschaft, war mein Spielplatz der Wald, die Wiesen und die Berge. Auch heute noch regeneriere ich mich am Schnellsten und Besten bei einem Aufenthalt im Freien. Ich lege großen Wert auf naturbelassene und unverfälschte Nahrung, bevorzuge natürliche Heilmethoden und ich bin von der Einfachheit und dem doch perfekten Zusammenspiel der Natur fasziniert. Vor ein paar Jahren begann ich eine Ausbildung in traditionell europäischer Heilkunde mit Abschluss als TEH-Praktikerin. Als Astrologin fesselte mich die Verbindung zwischen Pflanzen und Planeten, denn jedes Heilkraut ist einem oder meist mehreren Planetenprinzipen zugeordnet. Die Zuordnung der Planeten zu den Pflanzen und den daraus abgeleiteten Heilwirkungen bezeichnet man als Signaturenlehre.

Hier muss an erster Stelle der große Arzt und Heiler Paracelsus genannt werden. Er war zwar nicht der erste, der die Erkenntnis gewann, dass der Ursprung jeden (Heil-) Wissens in der Natur liegt und die Natur dieses Wissen anhand einer Zeichensprache vermittelt. Er war jedoch der erste, der sich umfassend mit den Signaturen auseinandersetzte und sie vor allem auch niederschrieb. Für Paracelsus war die Natur das eigentliche Mysterium, aus der sämtliche Arzneien entstanden. Durch diese Zeichensprache lässt sich die gesamte Schöpfung interpretieren. Es wird vom Äußeren, wie Farbe, Form und Standort, auf das Innere, das Wesen und die Wirkung, geschlossen. Hier wird die größtmögliche Ähnlichkeit zwischen Pflanze und Mensch gesucht.

Was bedeutet Signatur?
"Die Natur zeichnet ein jegliches Gewächs, das von ihr ausgeht, zu dem, wozu es gut ist. Darum, wenn man erfahren will, was die Natur gezeichnet hat, soll man es an den Zeichen erkennen, welche Tugenden in einem Ding sind." Paracelsus

Signatur kommt vom lateinischen Wort signatura und bedeutet: Merkmal, Kennzeichen. Auch in der Astrologie wird mit Zeichen und Symbolen gearbeitet und diese müssen übersetzt werden. Vor tausenden von Jahren haben unsere Vorfahren die Rhythmen und Zyklen am Himmel beobachtet. Dies setzten sie in Beziehung zu dem, was momentan auf der Erde, in der Natur und bei den Menschen geschah. Auf umgekehrtem Weg fanden sie im Aussehen der Pflanzen Gemeinsamkeiten mit den Planetenprinzipen. Die Pflanze verkörpert hierbei die kosmische Grundidee die sich überall in der Natur wiederfindet. Am Beispiel einer Brennnessel wäre das: Planetenkraft Mars – Eisen – Blut. In der Mythologie ist Mars der Kriegsgott und wird oft mit Schwert, Helm und Schild dargestellt. Er ist kraftvoll, mutig und zieht gern in den Kampf. Die Brennnessel mit ihren hauchdünnen Brennhaaren kann uns auch ganz schön wehtun. Sie enthält neben Vitaminen, Kalzium und anderen Mineralien auch viel Eisen. Gerade im Frühjahr ist sie eine hervorragende Quelle um uns nach dem Winter wieder mit Energie und Kraft zu versorgen.

Diese Merkmale, die sogenannten Signaturen, werden also übersetzt und so können wir wesentliche Aussagen über das Wesen einer Pflanze treffen. Bei Heilkräutern werden dazu alle äußerlich feststellbaren Eigenschaften wie das Aussehen, die Farben, die Form und der Standort herangezogen. Weiters wird der Geruch, Geschmack und die Konsistenz berücksichtigt um auf die Wirkung des Krautes zu schließen. Verhalten, Lebensdauer und Name sind weitere Kriterien. Die Überlegung sollte immer vom Ganzen zum Detail gehen, genauso wie bei der Interpretation eines Horoskopes.

Die Signaturenlehre und damit die Betrachtung einer Pflanze, ist eine geistige Schau, an die assoziativ herangegangen werden sollte. Ganz so wie es die Huber-Methode mit den Aspektbild-Schauen lehrt, so soll man auch hier seine Sinne schärfen und die Wahrnehmung schulen. Das Ähnliche und nicht das exakt Gleiche sollte gesucht werden. So können Teile einer Pflanze einem Organ oder bestimmten Körperteil ähnlich sein. Wie im Aspektbild-Schauen bestimmte Ähnlichkeiten mit Formen und Gegenständen schon zu einer groben Aussage der Anlage und des Charakters des Horoskopeigners führen können. Nicht alle Pflanzen zeigen einen Bezug zu nur einem Planeten klar und charakteristisch an. Die meisten Kräuter haben Zuordnungen zu mehreren Planetenprinzipien bzw. Tierkreiszeichen. Im Folgenden werde ich speziell auf Frauenheilkräuter, deren Heilwirkung sowie ihren Entsprechungen zu den Planten eingehen. In der Frauenheilkunde müssen zwei Planeten ganz besonders hervorgehoben werden: Der Mond und die Venus.

Frauenkräuter und Astrologie
"Es ist zu merken, dass jeder Stern auf Erden sein Kraut hat, welches die Art seines Sternes vollbringt und den Schaden abwendet."    Paracelsus

Mond
Der Mond wird in der Astrologie als Sichel dargestellt und symbolisiert die Empfänglichkeit, das Prinzip der Aufnahmebereitschaft und Beeindruckbarkeit. Er steht für unsere Psyche, das Unbewusste und unseren Gemütszustand. So wie der physische Mond am Himmel seine Beleuchtungsphasen ändert, sind auch wir seelischem Wechsel und Wandel, unseren Launen und Stimmungen ausgesetzt. In der Astrologischen Psychologie stellt der Mond im Menschen das Kontakt-Ich, seine Gefühlsnatur dar. Mit ihm empfinden wir Sympathie oder Antipathie und sehnen uns nach Liebe und Geborgenheit. Das Zeichen, in dem der Mond steht, gibt Aufschluss darüber, wie wir unsere Gefühle zeigen und was wir brauchen, um uns wohlzufühlen. Da die Motivation des Mondes Kontakt ist, benötigt er die Umwelt, das Du, um sich als Ich zu erleben. Er möchte Bestätigung und Zuspruch von anderen und ist dadurch sehr abhängig. Durch die Verbindung mit einem geliebten Menschen fühlen wir uns angenommen und akzeptiert.

Der Mond herrscht über das Zeichen Krebs. Im Körper werden ihm der Magen, die weibliche Brust, die Drüsen und das Lymphsystem, sowie die Haut und die Schleimhäute zugeordnet. Er steuert auch den Fortpflanzungs- und Geschlechtstrieb. Der Einfluss des Mondes auf die Monatsblutung der Frau ist schon seit Jahrtausenden bekannt. In frühen Zeitaltern war dieser Monatszyklus noch im Einklang mit den Mondphasen. Der Mond regiert bei Frauen auch über die Eierstöcke und bei Männern über die Hoden. Bei den Pflanzen entspricht dies der Fruchtbildung und deswegen gelten frucht- und samenreiche Pflanzen als Signatur für den Mond. Viele Heilpflanzen die dem Mond unterstellt sind, beeinflussen die Fruchtbarkeit und Menstruation. Der Mond bewegt auch alle Flüssigkeiten der Erde, am deutlichsten zu sehen bei Ebbe und Flut der Meere. Er herrscht deshalb über das Element Wasser. So gelten auch besonders saftreiche und schleimhaltige Heilpflanzen dem Mond zugehörig.

Die meisten Mondpflanzen lieben feuchte Böden, so wie Mädesüß, Baldrian und Brunnenkresse. Die Pflanzensignatur für die Lymphe findet man in den Milchsäften von Löwenzahn, Schlafmohn und Schöllkraut. Viele mondhafte Pflanzen sind weiß, milchig und bleich wie das Licht dieses Erdtrabanten und auch ihre Blätter schimmern silbrig oder sind weiß. So gelten viele weiß blühende Heilkräuter dem Mond zugehörig, wie Schafgarbe, Majoran, Oregano oder Taubnessel. Oft blühen Mondpflanzen nachts oder verströmen dann einen starken Geruch, wie zum Beispiel die Nachtkerze. Mondpflanzen sind generell beruhigend und fördern Schlaf und Fruchtbarkeit. Der Mond beeinflusst nicht nur den Säftefluss, sondern ist auch für das Pflanzenwachstum zuständig. Immer mehr Menschen beachten die Stellung des Mondes im Zeichen bei ihrer Arbeit im Garten und auf dem Feld, so wie es schon zu Urzeiten unsere Vorfahren getan haben.

Venus
Venus ist der Planet, der ganz besonders den Frauen zugeordnet wird. Das Symbol ist der Kreis, das Ganzheitliche und Vollkommene und ein Kreuz nach unten, die Materie und das Irdische. Es symbolisiert die Verbindung von Geist und Materie. Die Venus steht für das harmonisierende Prinzip von Ökologie und Ökonomie, von Harmonie, Schönheit und Perfektion. Sie bemüht sich, das zu ergänzen was fehlt, um es Ganz zu machen. Sie sucht nur das aus, was zu ihr passt, ganz ihrem Wesen entsprechend.

Im Physischen ist die Venus unter anderem für unseren Geschmacksinn zuständig und sie wählt das Essen aus, das uns schmeckt und uns gut tut. Um gut kochen zu können braucht man eine gut gestellte Venus. Sie selektiert auch unsere Kleidung und die Einrichtungsgegenstände die wir schön finden, um uns darin wohl zu fühlen. Im Menschen löst Venus die Sehnsucht nach dem passenden Partner aus. Ist sie stark gestellt, ist man immer auf der Suche nach jemanden, der uns ergänzt. Sie kann sehr einfühlsam sein, ist aber auch eine Meisterin, um das zu erreichen, was sie sich wünscht. Sie ist nicht nur die Göttin der Liebe, sondern auch der Künste und die Werke, die sie schafft, sind makellos und perfekt. Sie ist offen für alles Wohlgeformte, Duftende, Farbenprächtige und Wohlklingende und sie fördert den Sinn für Ästhetik.

Venus symbolisiert ganz besonders die weibliche Geschlechtlichkeit, die Libido der Frau. Sie ist sensibel und will in einer Beziehung den höchsten Genuss erleben. Ihre Hingabefähigkeit ist sprichwörtlich und ihre Empfindsamkeit macht sie weich und ausgewogen. Mit ihr können wir entspannen, fühlen uns ausgeglichen und harmonisch. Ihr vermittelndes, verbindendes Wesen macht sie hilfsbereit und angepasst. Die Dinge, die sie aussucht, möchte sie auch besitzen, denn sie herrscht neben der Waage auch über das Tierkreiszeichen Stier, das dem 2. Haus zugehörig ist. Dort ist Sicherheit und Besitz eine der Motivationen. Sie will uns vor Schwierigkeiten bewahren und versucht das Hässliche und Unangenehme zu vermeiden.

Die Organe, die der Venus im menschlichen Körper unterstehen, sind die Gebärmutter, die Nieren, die Blase, die Schilddrüse, die Bauchspeicheldrüse, die Venen und die Kopfbehaarung. So können sich Probleme mit der Venusenergie manchmal in allen Venusorganen gleichzeitig zeigen. Es könnten Erkrankungen der Niere sein, Blasenentzündungen, Diabetes und Haarausfall.

In der griechischen Mythologie ist Venus die Liebesgöttin Aphrodite und die Pflanze, die mit ihr besonders in Verbindung steht, ist die oft wunderbar, sinnlich duftende Rose. Venuspflanzen sind im Allgemeinen wohlriechend und schmecken angenehm. Zu den Rosengewächsen gehören unter anderem Früchte wie Äpfel, Birnen, Brombeeren, Erdbeeren und Himbeeren. In allen Rosengewächsen wirkt mehr oder weniger stark die Planetenkraft der Venus. Sie steht für die angenehmen Seiten des Lebens wie Sinnlichkeit, die körperliche Liebe und Genussfähigkeit. Die Wirkungen dieser Heilpflanzen sind vor allem krampflösend, denn das Attribut der Liebesgöttin ist neben dem vorher Genannten auch Gelassenheit. Auf seelischer Ebene stärken Venuspflanzen das weibliche Selbstwertgefühl. Man kann damit sogar Frauen, die in unserer modernen Gesellschaft zu männlich und hart geworden sind, wieder fraulicher und begehrenswerter machen. In der Homöopathie werden Rosengewächse auch als Konstitutionsmittel bei Frauen verwendet, die ihre weibliche Seite ablehnen und eventuell unter Frauenbeschwerden leiden.

Venuspflanzen sind wie ihre Entsprechung in der Astrologie immer ausgewogen in ihrer Form, oft von sinnlicher Schönheit und lieblichem Duft. Sie haben rundliche, regelmäßig gezahnte, samtige Blätter und sind nie giftig. Die Venus zeigt sich in der Natur auch durch ihre Farben, ihre Blüten sind weiß, rosa oder bunt. Doch auch das helle Grün der jungen Pflanzen im Frühling, wie die jungen Blätter der Birke oder das Grün des Frauenmantel und der Melisse ist ein Zeichen der Venus. Viele ihrer Pflanzen entwickeln essbare Früchte. Man sollte Heilkräuter der Venus immer in Teemischungen integrieren, weil sie eine harmonierende Wirkung haben und dem Tee eine wohlschmeckende Note geben.

Im Folgenden beschreibe ich die wichtigsten Frauenpflanzen, die verlässliche Begleiterinnen durch ein Frauenleben sind und manch Frauenleiden gezielt lindern oder wieder in Ordnung oder in Fluss bringen können.
"…die Sterne lehren die Krankheiten erkennen, die Kräuter lehren sie heilen."   Paracelsus

Pflanzenportraits

Beifuß – Artemisia vulgaris
Signaturen: Mond, Venus und Merkur
Verwendete Teile: Blätter und Wurzeln

Der Beifuß ist ein altes Frauenheilkraut und seinen Namen hat er von der Geburtsgöttin Artemis. Obschon Artemis die griechische Mondgöttin war, hat Paracelsus den Beifuß der Venus zugeordnet. Die silbrige Blattunterseite ist eher eine Mondsignatur. Wegen seiner schlanken Gestalt und weil das Kraut gerne am Wegesrand wächst wird der Beifuß auch dem Merkur zugeordnet. Nicht zuletzt auch wegen seines intensiven Pollenfluges, der für Allergiker recht beschwerlich sein kann. Er wird für die Steuerung der Hormone und für die Aktivierung des Stoffwechsels verwendet, die auch dem Götterboten Merkur zugewiesen werden.

Die Zuordnung zu Venus bezieht sich jedoch mehr auf die zu behandelnden Organe, als auf die äußerliche Signatur der Pflanze. Astrologisch wird die Gebärmutter der Venus unterstellt, denn sie ist verantwortlich für die Regelblutung und trägt die Leibesfrucht.

Das Kraut regt bei ausbleibender Regel die Hirnanhangdrüse und die Eierstöcke an. Wenn sie richtig verwendet wird, soll sie die Empfängnisbereitschaft erhöhen. Paracelsus empfahl sie, um die Menstruation hervorzurufen und zur Erleichterung der Geburt. In früheren Zeiten war es ein Hebammenkraut das die Geburtshelferinnen immer dabei hatten. Der Tee regt die Wehentätigkeit an und hilft die Nachgeburt abzustoßen.

Birke – Betula pendula
Signaturen: Venus, Mond
Verwendete Teile: Knospen, junge Blätter, Rinde und Saft

Die Birke verkörpert Schönheit, Jugendlichkeit und Anmut. Ihre auffällige weiße und weiche Rinde ist eine Signatur des Mondes, wie auch ihr ungeheuer großer Wasserbedarf. Sie wächst je nach Sorte gerne auf staunassem Untergrund. Das Weiß der Rinde bedeutet auch Reinheit, Unberührtheit und erinnert an ein Brautkleid.

Ihr Bezug zur Venus liegt in der guten Wirkung bei Blasen und Nierenerkrankungen. Als Tee zubereitet haben Birkenblätter eine stark entwässernde Eigenschaft und werden bei Blasenentzündungen, Wassersucht, Gicht und rheumatischen Beschwerden eingesetzt. Er löst Nierengries und Nierensteine. Der Tee fördert auch den Stoffwechsel, die Zellerneuerung und wirkt vitalisierend auf den ganzen Körper. Eine Frühjahrskur mit jungen Birkenblättern wirkt stark reinigend. Er regt die Nieren sanft an und durchspült die Harnwege. Da es keine Nebenwirkungen gibt, ist dieser Tee auch für Schwangere und alte Menschen geeignet.

Frauenmantel (Alchemilla vulgaris):
Signatur: Venus, Mond
Verwendete Teile: Blätter und blühendes Kraut

Der Frauenmantel gilt als besonderes Frauenheilkraut, der auch den Namen Venusmantel trägt. Er gehört zu den Rosengewächsen und wächst auf feuchten, humosen Böden. Man findet die Pflanze besonders häufig auf lieblichen Plätzen, die Harmonie ausstrahlen und der Seele gut tun. Also eine typische Venus-Signatur, auch was den Standort anbelangt. Das Aussehen und die Form der edlen Blätter zeugen von ihrem wohlwollenden Wesen. Der Frauenmantel fördert wie auch andere Rosengewächse die Weiblichkeit. Bei den Germanen war der Frauenmantel heilig und der Göttin Freya geweiht. Die Christen erhoben ihm zur Pflanze der Jungfrau Maria für alle Schutzsuchenden. Dieses alte Frauenkraut kann uns Frauen ein ganzes Leben heilsam begleiten.

Der Frauenmantel enthält viele Gerbstoffe und unterscheidet sich von anderen Gerbstoffkräutern durch seine milde Wirkung und die gute Verträglichkeit. Gerbstoffe werden für vielerlei Beschwerden eingesetzt. Die Hauptwirkung ist adstringierend, also zusammenziehend. So verwendet man es bei Entzündungen der Haut und Schleimhäute, denn die Gerbstoffe ziehen entzündetes Gewebe zusammen und dichten es ab. So können Krankheitskeime nicht mehr in das Gewebe eindringen. Weiters fördern Gerbstoffe die Wundheilung, stillen leichte Blutungen und wirken entzündungshemmend.

In der Volksmedizin dient die Pflanze vor allem um die Gebärmutter zu stärken. Sie wird bei allen Frauenleiden angewendet, jedoch auch bei Fettleibigkeit und Blutarmut. Sie wurde nicht umsonst von unseren Vorfahren zum "Aller Frauen Heil" erkoren. Um die Beckenorgane zu stärken soll der Frauenmantel etwa 3 bis 4 Wochen vor der Geburt eingenommen werden. Doch auch nach der Geburt hilft er, kleine Risse und Wunden schneller auszuheilen und er fördert die Milchbildung. Er hilft aber auch bei Neigung zu Fehlgeburten. Weitere gute Eigenschaften sind bei regelmäßiger Anwendung: krampflösend, gestagenartig, empfängnisfördernd und antirheumatisch.

Gänsefingerkraut - Potentilla anserina
Signatur: Venus und Mond
Verwendete Teile: Blüten und Blätter, seltener Wurzeln

Im Volksmund wird es auch Silberkraut genannt, wohl wegen der silbrig schimmernden Blätter. Bei Regen legt die Pflanze schützend ihre Blätter über die Blüten. Daher auch der Bezug zum Mond. Das Gänsefingerkraut gehört zu den Rosengewächsen und seine regelmäßigen, schön gefiederten Blätter lassen uns die Venus erkennen.

Das Kraut beinhaltet viele Gerbstoffe und war bei den Bauern lange Zeit ein Notfallmittel, wenn sich die Tiere aber auch die Menschen verletzt haben.

Das Mittel eignet sich hervorragend bei Magen- und Darmkrämpfen und wurde durch Pfarrer Kneipp als "Krampfkraut" bekannt. Bei schmerzender Regelblutung helfen die Wirkstoffe die Gebärmutter zu entspannen. Der Teeauszug oder eine Tinktur aus Gänsefingerkraut helfen bei zu starker Monatsblutung. Außerdem ist es mild stopfend und kräftigt das Bindegewebe wie kaum ein anderes Heilkraut. Es reinigt das Blut und macht es dünnflüssig. So wird es auch bei Krampfadern gerne eingesetzt. In der Küche können die Blätter zu Salate, Suppen und Getreidebratlingen gegeben werden.

Granatapfel – Punica granatum
Signatur: Venus
Verwendete Teile: Frucht, Blätter

Ein anderer Name für den Granatapfel ist Liebesapfel. Wegen der vielen Samen ist er ein klassisches Symbol der Fruchtbarkeit. Die Blütenkelche ähneln ein bisschen einer Gebärmutter und die rote Farbe symbolisiert die Monatsblutung.

Granatapfelsamen enthalten sehr viel Östron, das mit dem Hormon, das die Eierstöcke produziert, identisch ist. Sie wirken verjüngend, regen den Stoffwechsel an und sind entzündungshemmend. Bei leichten Wechseljahrsbeschwerden können der tägliche Verzehr von Granatapfelsamen Linderung bringen. Durch das Vitamin C und Polyphenole hat der Granatapfel auch eine starke antioxidative Wirkung und gilt als Anti-Aging Frucht, weil sich die Zellen besser regenerieren. Das Geheimnis der guten Wirkung des Granatapfels liegt im Zusammenspiel aller Wirkstoffe. Er stärkt das Herz, fördert die Durchblutung und verhindert das Verkalken der Gefäße. Ein weiterer Effekt ist die Blutdruck- und Cholesterinsenkende Wirkung. Neuere Untersuchungen ergaben, dass der Granatapfel auch heilend auf Krebszellen wirkt und Tumore verhindern kann.

Mönchspfeffer – Vitex agnus-castus
Signatur: Mond
Verwendete Teile: Früchte

Der Mönchspfeffer ist ein schön wachsender Mittelmeerstrauch der an Flussufern oder an Bachbetten in der Nähe des Meeres wächst. Von daher kommt auch die Signatur zum Mond. Er wird seit Jahrtausenden als Heilpflanze eingesetzt und es gibt zahlreiche Studien über seine Wirkung.

Im Volksnamen wird er auch Keuschlamm genannt, weil er im Mittelalter viel in Klöstern verwendet wurde, da er eine triebsenkende Wirkung haben soll. Heute verwendet man ihn gerne bei gestörtem Hormonhaushalt in der Frauenheilkunde und die Wirkung seiner Phytohormone wurde wissenschaftlich nachgewiesen. Er hilft im Besonderen bei PMS (prämenstruelles Symptom). Hier vermindert er insbesondere die Brustempfindlichkeit (Mastalgie), innere Anspannungen und Gereiztheit. Er lindert auch die Beschwerden in den Wechseljahren indem er den gesamten Hormonhaushalt reguliert. Der Mönchspfeffer kann auch helfen, wenn es mit dem Babywunsch nicht klappt, insbesondere wenn die Ursache eine gestörte Gelbkörperhormonproduktion ist mit verkürztem Zyklus. Bei stillenden Frauen kann er den Milchfluss erhöhen und er wirkt bei leichten depressiven Verstimmungen.

Rotklee - Trifolium pratense
Signatur: Venus, Mond
Verwendete Teile: Blütenköpfe

Das dreiblättrige Kleeblatt symbolisiert im Christentum die göttliche Dreifaltigkeit. Der Klee wurde aber schon sehr viel früher geschätzt und symbolisiert Glück und Lebenskraft. Das sehr seltene vierblättrige Kleeblatt stellt die vier Elemente, die vier Himmelsrichtungen und die vier Jahreszeiten dar. Der Rotklee macht weich, weiblich und sinnlich und untersteht zu Recht mit seinen honigsüßen Blüten den Planetenkräften von Mond und Venus.

Der Volksname nennt ihn auch Wiesenklee, Hummelklee oder Himmelsbrot. Der Klee enthält neben Vitaminen und Mineralien viele pflanzliche Phytohormone und ist deswegen der heimische Sojaersatz. Sie sind den menschlichen Hormonen sehr ähnlich und somit hervorragend geeignet, um die eigenen Östrogene zu ersetzen, die in den Wechseljahren langsam zurückgehen. Die Isoflavone (Phytoöstrogene) schützen die Zellen und verringern das Risiko an Brust-, Gebärmutter- und Prostatakrebs zu erkranken. Bei älteren Menschen helfen sie auch den Knochenabbau zu reduzieren. Cremen oder Salben aus Rotkleeblüten wirken verjüngend auf die Haut. Es soll spürbar kleinere Fältchen reduzieren.

Schafgarbe - Achillea millefolium
Signatur: Mond und Venus
Verwendete Teile: Blüten, Blätter und oberer Teil der Stängel

Die Schafgarbe ist ein universelles Frauenheilkraut und unterstützt sie in allen Lebenslagen. Dies drückt sich schon in der Volksweisheit aus: "Schafgarbe im Leib tut wohl jedem Weib".
Wegen ihrer guten Eigenschaften sollte sie in allen Kräutertees dazugegeben werden. Insbesondere bei Menstruationsstörungen wirkt sie krampflösend. Sie ist aber auch keim- und entzündungshemmend, menstruationsregulierend und blutstillend. Die Pflanze fördert eine zu geringe und hemmt eine zu starke Blutung und lindert Unterleibsschmerzen. Sie wärmt die Beckenorgane durch ihre durchblutungsfördernde Wirkung.

Die Schafgarbe kann aber auch bei Blähungen und Störungen des Gallenflusses eingesetzt werden. Sie ist zudem ein altes Wundheilmittel und schon Achilles, dessen Gattungsnamen sie erhielt, soll seine Wunden damit geheilt haben. Es ist das in ihr enthaltene Achillein, das innere und äußere Blutungen hemmt. Zudem kann man die Schafgarbe zusammen mit anderen Kräutern bei Erkältungen und Grippe anwenden.

Junge Schafgarbenblätter können auch zum Salat gemischt werden oder als Zugabe in Suppen und Soßen. Zusammen mit Frischkäse ergibt es einen angenehmen Geschmack. Zur besseren Verdauung kann es als Gewürz zu fettem Fleisch gegeben werden.

Traubensilberkerze - Cimicifuga racemosa; rhizoma
Signatur: Mond, Merkur
Verwendete Teile: Wurzeln

Die Silberkerze entwickelt cremeweiße Blüten die schon von weitem leuchten und an denen man leicht die Zuordnung zum Mond erkennen kann. Er herrscht über die Eierstöcke und die Gebärmutterschleimhaut die von den pflanzlichen Östrogenen des Heilkrautes angeregt und aufgebaut werden. Die Merkursignatur, die für die Hormondrüsen und den Stoffwechsel zuständig ist, sieht man an den gefiederten Blättern.

Die Traubensilberkerze oder Wanzenkraut wird auch "Indianische Frauenwurzel" oder "Squaw root" genannt, da sie eine alte Heilpflanze der kanadischen Indianer war und bei Frauenleiden sowie zur Erleichterung der Entbindung verwendet wurde. Sie reguliert die natürlichen Wehen und kann schon einige Wochen vor der Geburt eingenommen werden. Die Heilpflanze hat hormonausgleichende Eigenschaften und wird damals wie heute bei schmerzhaften Regelblutungen und Wechseljahrsbeschwerden eingesetzt. Insbesondere bei Hitzewallungen, trockenen Schleimhäuten und Osteoporose wird sie erfolgreich verabreicht. Sie wirkt auch bei Schlafstörungen und gleicht Stimmungsschwankungen aus.

Durch ihre schmerzlindernde Eigenschaft verwendet man sie bei Neuralgien, doch auch Kopf- und Ohrenschmerzen werden damit behandelt. Weiters hat die Traubensilberkerze entzündungshemmende Eigenschaften und wird wirkungsvoll bei Gelenksentzündungen angewendet, insbesondere wenn diese während des Klimakteriums auftreten. Ebenso rheumatische Beschwerden und Polyarthritis werden mit ihr behandelt. Durch ihre beruhigende Wirkung wird sie gerne bei Bluthochdruck und Tinnitus eingesetzt.

Alle Heilkräuter stehen uns als Tee, Tinktur, Salben oder in konzentrierter Form als Kapseln zur Verfügung und werden in der Homöopathie erfolgreich verwendet. Diese Pflanzen sind bei unseren Streifzügen durch die Natur leicht zu erkennen oder können durch Apotheken und Naturläden bezogen werden.

Schatzkiste der Natur
"Dann dachte ich nach, wie gelernt werden müsste, wenn kein Buch und gar kein Arzt auf der Erde wären."  Paracelsus

Diese Auflistung stellt eine kleine Auswahl der am häufigsten verwendeten und sehr wirksamen Frauenkräuter dar. Meist werden sie mit anderen Heilpflanzen kombiniert, die unterstützend und ergänzend wirken. Doch in der Schatzkiste der Natur finden wir noch viele andere hilfreiche Pflanzen, die uns gesund erhalten oder heil machen und unser Leben erleichtern können. Paracelsus hatte begriffen, dass die Natur und ihre Zeichen nichts anderes sind als Buchstaben. Dieses unermesslich große Alphabet muss nur entschlüsselt und zusammengefügt werden um die Schätze der Natur für uns nutzbar zu machen. Mit den Worten: "Für jedes Leiden ist ein Kraut gewachsen" erkannte er, welchen unglaublichen Reichtum uns die Natur zur Verfügung stellt. Wir müssen aber mit der Natur in Kontakt treten, um ihre Sprache zu lernen, denn nur sie vermittelt uns das notwendige Wissen. Alle Naturvölker lernten auf diese Weise die verborgenen Kräfte der Schöpfung kennen und dies sicherte ihnen das Überleben.

So wie das Wissen der Astrologie uns Einsicht in unsere Psyche gewährt und uns hilft, uns und unsere Mitmenschen besser zu verstehen, so hilft uns das Pflanzenwissen, unsere körperlichen aber auch seelischen Leiden zu lindern und dadurch heil und ganz zu werden. Die Kombination beider Lehren erleichtert es uns, Schwachstellen in unserem Körper und unserer Psyche frühzeitig zu entdecken und aufzuspüren, um sie so früh wie möglich mit den sanften Mitteln der Natur zu behandeln. Pflanzen helfen nicht nur dem physischen und psychischen Körper, sondern sind genauso auf einer feinstofflichen Ebene wirksam. Hier insbesondere mit den Mitteln der Homöopathie. Neuere Studien weisen sogar darauf hin, dass schon allein der Aufenthalt in der Natur, das Wandern durch Wiesen und Wälder einen Einfluss auf unsere Gesundheit und somit auf unser Wohlbefinden haben. Durch die Apotheke Gottes geschieht Heilung auf sanfte Art, die ihre Zeit braucht und Geduld von uns fordert. Das haben wir Menschen in unserer modernen, schnelllebigen Welt weitgehend vergessen. Wenn wir uns jedoch wieder auf diese natürlichen Helferchen besinnen, steht uns ein unermesslicher Reichtum in der Schatzkiste der Natur zur Verfügung.

"Die Natur bringt nichts hervor, das in sich selbst vollkommen wäre. Der Mensch muss die Dinge vervollkommnen…"
"… die Dinge werden erschaffen und uns in die Hände gegeben, doch nicht in der letztendlichen Form, die ihnen eigen ist…"
"… im Samen liegt von Anfang an der Zweck und die Funktion beschlossen… "   Paracelsus

 

Literaturverzeichnis:

Bruno und Louise Huber: "Planeten als Funktionsorgane" (API Verlag)

Bruno, Louise und Michael Huber: " Aspektbild-Astrologie" (API Verlag)

Yvonne H. Koch, Ursula Stumpf: "Pflanzenastrologie" (freya Verlag)

Margret Madejsky: "Die Kräuterkunde des Paracelsus" (AT Verlag)

Margret Madejsky: "Lexikon der Frauenkräuter" (AT Verlag)

Margret Madejsky: "Alchemilla" (Goldmann)

O. Rippe, M. Madejsky, M. Amman, P. Ochsner, Ch. Rätsch: "Paracelsusmedizin" (AT Verlag)

Sigrid Hirsch, Felix Grünberger: "Die Kräuter in meinem Garten" (freya Verlag)

Ursula Bühring: "Praxis-Lehrbuch Heilpflanzenkunde" (Haug Verlag)

Andrew Chevallier: "Die BLV Enzyklopädie der Heilpflanzen" (blv Verlag)

www.naturinstitut.info (Granatapfel)